In einem kleinen Apfel…

In einem kleinen Apfel
da sieht es lustig aus
es sind darin fünf Stübchen
grad wie in einem Haus.

In jedem Stübchen wohnen
zwei Kerne braun und klein
sie schlafen dort und träumen
vom warmen Sonnenschein.

Und alle Apfelkerne
die haben diesen Traum
dass einst aus ihnen werde
ein neuer Apfelbaum.

Wenn wir den Apfel essen
dann kommen sie heraus
wir tun sie in die Erde
im Garten vor dem Haus.

Dann wird aus jedem Kerne
ein Baum, der wächst heran
ein Baum mit grünen Blättern
und vielen Äpfeln dran.

Volkslied (gekürzt)

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Dies ist die Ausbeute des ersten Apfels, eines Gala Royal seit Versuchsbeginn. Also Kerne hat ein Apfel noch, wenn auch keine 10 Stück. Dieser Apfel hatte noch einen sehr verkümmerten 8. Kern. Und mit Stübchen war es auch nicht so weit her, allenfalls Nischen. Ich werde zukünftig versuchen, andere Äpfel zu kaufen.

Danach

Es wird nach einem happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.
Man sieht bloß noch in ihre Lippen
den Helden seinen Schnurrbart stippen.
Da hat sie nu den Schentelmen.
Na, un denn ?

Denn jehn die Beeden brav ins Bett.
Na ja … diss is ja auch janz nett.
A manchmal möcht man doch jern wissn:
Wat tun se, wenn se sich nich küssn?
Die könn ja doch nich immer penn …!
Na, un denn?

Denn säuselt im Kamin der Wind.
Denn kricht det junge Paar ’n Kind.
Denn kocht sie Milch. Die Milch looft üba.
Denn macht er Krach. Denn weent sie drüba.
Denn wolln sich Beede jänzlich trenn …
Na, un denn?

Denn is det Kind nich uffn Damm.
Denn bleihm die Beeden doch zesamm.
Denn quäln se sich noch manche Jahre.
Er will noch wat mit blonde Haare:
vorn dof und hinten minorenn …
Na, un denn?

Denn sind se alt.
Der Sohn haut ab.
Der Olle macht nu ooch bald schlapp.
Vajessen Kuß und Schnurrbartzeit.
Ach, Menschenskind, wie liecht det weit!
Wie der noch scharf uff Muttern war,
det is schon beinah nich mehr wahr!

Der olle Mann denkt so zurück:
Wat hat er nu von seinen Jlück?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch un Langeweile.

Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.

(Kurt Tucholsky, Zwischen gestern und morgen)

Das Mädchen am Ende vom Nichts

Nach 2 Jahren zogen meine Oma und mein Opa zusammen mit meinem Onkel, seiner Frau und meiner kleinen Cousine Manuela und dem Hund Bonny auf einen anderen Bauernhof und wir blieben alleine zurück. Aus der Traum von Großfamilie. Meine Oma und meine Mutter hatten sich irgendwie zerstritten. Ich glaube, es ging um so „wichtige Dinge“ wie die Frage, wer das Schwein gefüttert hatte und wem wie viel Wurst zustand.

Schon nach kurzer Zeit sah das Haus so aus, als sei es seit Jahren unbewohnt gewesen. Die Balken wurden morsch. Auf dem ehemaligen Heuboden über dem Schweinestall bogen sich die Bretter und gaben beängstigend nach, wenn man sie betrat. Konnte man dort wirklich herum laufen? Alles wurde so unwirklich. Irgendwie vergaß ich fast, dass es anfangs ganz anders gewesen war.

Der Garten verwilderte. Wir hatten sehr viel Platz, den eigentlich nur die Katzen und Hühner nutzten.

Nach der Schule fiel ich oft in eine Art NICHTs

Sobald ich nach Hause kam, rief ich meine Freundinnen an, aber danach gähnte der lange Nachmittag. Ich schoss oder warf stundenlang einen Ball aufs Scheunendach und wurde auf die Weise ziemlich gut im schießen, werfen und fangen. Der Ball hüpfte dann nämlich immer eine Weile auf dem Scheunendach herum, bis er mal hier mal da wieder herunterkam. Ich hatte im Sport immer noch eine 5, aber man bekam seine Noten ja auch nicht dafür, wie gut man einen Ball fangen konnte.

Ich spielte einsame Spiele mit mir selbst, streichelte zuweilen meine Katzen, (die im Gegensatz zu mir, sehr viel mehr erlebten) oder kletterte auf Bäume. Außer Lesen hatte ich eigentlich keine regelmäßige Beschäftigung, keine Hobbys. Hin und wieder fuhr ich mit dem Rad zu Freundinnen, aber über so viel Zeit, wie ich sie hatte, verfügten die natürlich nicht. Oft machte ich nach der Schule, wenn ich heim kam auch erst mal „Mittagsschlaf“, weil ich abends meine Hausaufgaben machte, anschließend stundenlang las und sehr spät ins Bett ging.

Ich habe sehr viel Zeit mit nichts tun und rumhängen verbracht. Solche „Projekte“ wie heutzutage hatte ich früher selten. Und für die Schule habe ich auch nie besonders viel getan. Manchmal besuchte ich ein älteres Ehepaar, die nächsten Nachbarn. Oder den Mann, der den Teich hinter unserem Haus bewirtschaftete, und den wir nur den Fischmann nannten.Natürlich nur, wenn er es nicht hörte.

Manchmal bekam ich aber auch Besuch von Freundinnen, dann setzten wir uns in den Wohnwagen, der auf unserem Hof stand, Ich spendierte eine Cola und wir hörten Tina und Tina- oder Hanni und Nanni-Schallplatten. Mein Plattenspieler war ja zum Glück tragbar. Bei uns gab es immer Cola, meine Mutter brachte vom Einkaufen eine Palette Dosencola mit. Ich fand jahrelang, dass man Cola nur aus Dosen trinken konnte, weil sie nur dann die gewünschte „Prickeligkeit“ an den Tag legte. Und die Dosen konnte man anschließend noch für Schießübungen mit dem Luftgewehr verwenden.

Bäume – ein Versuch

Ein kleines Zwiegespräch mit Anhora brachte mich auf die Idee, Bäume zu pflanzen, bzw. zuerst zu sähen und zwar von den Samen, deren Früchte ich ab heute bis zum 31. Dezember 2016 verspeise.

Zuerst ein Blick ins Netz, um eine Antwort auf eine Vermutung zu bekommen: Jawoll, Obstbäume sind Kaltkeimer. Die Samen müssen glauben, der Winter sei schon vorbei.

Das meiste habe ich bei http://www.gartenjournal.net gefunden.

Geplant:

  1. Äpfel
  2. Birnen
  3. Nashi
  4. Quitten
  5. Pflaumen
  6. Zwetschgen
  7. Haselnuss
  8. Wallnuss
  9. Orangen
  10. Mandarinen
  11. Zitronen
  12. Trauben

Ob sich all diese Pflanzen tatsächlich aus Samen ziehen lassen, wird sich zeigen.

Ich hatte früher einen Ahornbaum, den ich aus einem Samen gezogen habe, und auch Orangenkerne habe ich schon öfter ausgesät.

Ich bin gespannt, wie es diesmal klappt. Die ersten 3 Kerne habe ich heute schon gesammelt.

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Zwetschgenkerne

 

Küchenfee ;-) (7. Klasse)

Eines Tages kam unser Klassenlehrer morgens  in die Klasse und wollte Ulli, eine Freundin  und mich sprechen. Im Lehrerzimmer hätte am Tag zuvor eine Party stattgefunden und in der Lehrerküche stapele sich das Geschirr. Ob wir ausnahmsweise statt Unterricht zu haben, spülen würden.

Ich habe noch nie so gerne gespült, wie auf diese Anfrage hin.😉
Ulli und ich begaben uns also durch das hochheilige Lehrerzimmer zur angrenzenden Küche, spülten, trockneten ab, räumten weg und verbrachten damit einen guten Teil der Deutschstunde. Ich glaube, die letzten 10 Minuten haben wir noch mit gemacht. In der Pause gingen wir dann zum Klassenlehrer und boten unsere Hilfe auch fürs tägliche Kaffeekochen und Spülen an. Und von da an verbrachten Ulli und ich unsere Pausen in der Lehrerküche. Wir kochten Kaffee, kicherten, gaben allen Lehrern Decknamen, damit wir uns in Ruhe über „Starsky“, „Hutch“ und „John Boy“ unterhalten konnten, ohne das anwesende Lehrer wussten, wen wir meinten.

Wir vertauschten auch mal Zucker mit Salz, kochten den Kaffee etwas dünner oder etwas stärker und verbrachten alle unsere Pausen im Warmen, während sich die Schulkollegen draußen  durch den Oktober, November und Dezember  zitterten.

Wenn die Lehrer  etwas wichtiges besprechen wollten, machten sie die Tür zur Küche zu. Aber es war uns herzlich egal, worüber sie reden könnten.

Der Weihnachtsmann brachte den Lehrern dann eine Spülmaschine. Nach den Weihnachtsferien bekamen Ulli und ich jede eine Schachtel Pralinen und ein Buch und standen fortan mit den Schulkollegen für den Rest des Winters bibbernd auf dem Schulhof.

Danke!

Gerade habe ich mich in einem Kommentar darüber ausgelassen, dass Bloggen so wunderbar ist, weil es nichts kostet und schon kommt ein Beitrag zum Geld erbetteln. Und das, wo wir alle doch Wünsche haben, die wir uns nicht – einfach so – erfüllen können.

Und dann all die netten Kommentare und sogar Angebote. Darüber habe ich mich wirklich gefreut.🙂

Und wisst ihr was? Kaum hatte ich diesen (unverschämten) Beitrag gepostet, kam ich auch ein bisschen runter. So als hätte ich es tatsächlich abgegeben. Fürs Geld ist gesorgt, so oder so.
Aber es bleibt dabei, mein Blog ist kostenlos. Niemand muss hier Eintritt zahlen.😉

Trotzdem Danke, für all Eure Freundlichkeit, und dass Ihr meinen Blog lest und kommentiert und manchmal auch ein Gemocht dalasst.

Nur mal angenommen….

Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass bei mir alle naselang Wünsche auftauchen. Sie schleichen sich ganz harmlos heran und 24 Stunden später, sitze ich vor dem PC, himmel Groß- und Kleingeräte an und überlege, wie ich zu so einem Teil komme. Kleinkredit kommt nicht in Frage, nur Bares ist Wahres. Aber dennoch, meine hohe Kante ist nicht sehr gut bestückt. Fürs Auto hat mir mein Schwager Geld geliehen, aber das bezahle ich immer noch ab, daher kann ich ihn nicht für weitere Anschaffungen anpumpen.

Im März hatte ich noch den Wunsch nach einer neuen Nähmaschine. Von etwas einfachem – Hauptsache, sie näht, landete ich ruck-zuck bei High Tech und computergesteuert. Und wie schön leise die Dinger sind, wenn man nur 1-2 Hunderter mehr drauf legt. 600 ist doch gar nicht so viel. Zum Glück konnte ich den Wunsch nach einer Nähmaschine dann aber doch abschütteln mit dem Entschluss, dass ich erst mal nähe und dann überlege, ob ich wirklich eine neue brauche. Außerdem kann sie ruhig laut sein, meine Nachbarn sind auch nicht leise.

Im April hätte ich dann gerne ein neues, klangvolleres Akkordeon gehabt. Natürlich gebraucht – why not – ist mein Schätzchen, das ich jetzt bespiele schließlich auch. Doch dann kam mir ein grünes Weltmeister-Akkordeon dazwischen, leider nirgends gebraucht angeboten. Rot, blau, schwarz, weiß und neulich sogar in Wurzelholz-Optik habe ich schon gesehen, aber grün war leider nicht dabei. Und ist ein neues Akkordeon nicht auch viel schöner? Ein neues Auto ist schließlich auch was ganz anderes, als eines das schon  1-2 Jahre gefahren wurde.  Dennoch wollte ich nicht ml eben 1600 Euro für ein Akk. ausgeben, welches ich auch nicht besser spielen kann als mein Hohner-Schätzchen, daher konnte ich diesen Wunsch erfolgreich an die Seite schieben.

Und nun ist es wieder passiert. Ich habe nur einen so harmlosen Satz gesagt, wie:

„Ich hätte gerne ein e-Bike.“

Mit einem e-Bike könnte ich zur Arbeit und am Sonntag zur Kirche fahren. Wenn ich ein e-Bike hätte, könnte ich viel mehr Fotos in der Natur machen, denn so oft komme ich an tollen Motiven mit dem Auto vorbei, kann dort aber nicht anhalten und aussteigen.  Ein e-Bike, natürlich nicht so ein teures, wie meine Kollegin hat. Wie kann man 2600 Euro für ein Fahrrad ausgeben? Andere kaufen sich von dem Geld ein Auto….Ich finde vielleicht ein gutes, gebrauchtes, generalüberholtes Rad beim Händler, oder was nettes im Outlet-Shop bei Prophete.

Öhöm, ….

Alles schön und gut, bis ich eine Anzeige für ein I:SY entdeckte und mich glatt verliebte: in ein Kompaktrad mit Zahnriemen und Automatikschaltung. Natürlich kostet soviel Komfort ein bisschen mehr, aber alles in allem ist es nicht viel teurer als 10 Tage  Heimweh in Israel.

Und nun komme ich zur Überschrift, die ja bisher eigentlich gar nicht passte.😉

Nur mal angenommen,

wenn jede/r meiner Follower so etwa 25 Euro erübrigen könnte, dann hätte ich ruckzuck mein e-Bike.🙂 Man bedenke, welch tolle Berichte ich hier posten könnte mit viiiiel mehr Fotos.  Mit spannenden Geschichten vom Radweg und Überwindung meines inneren Schweinehundes. Ihr dürftet ihm sogar einen Namen geben – also dem Schweinehund, nicht dem I:SY
Äääh jaa –

 

aber  natürlich  ist dieser Beitrag nicht ernst gemeint. Also eigentlich ist dieser Beitrag sogar eine Frechheit, hier einfach die Leserschaft anzupumpen!
Ich warte einfach ab, Ende des Monats habe ich sicher auch diesen Wunsch überwunden und wenn nicht, habe ich vielleicht mal wieder geerbt 😉

 

 

 

 

 

 

 

Das ist also Blues

Comes a rainstorm, get your rubbers on your feet
Comes a snow-storm, you can get a little heat
Comes love, nothing can be done.

Comes a fire, then you know just what to do
Blow a tire, you can buy another sure
Comes love, nothing can be done.

Don’t try hiding cause there isn’t any use
You start sliding when your heart turns on the juice

Comes the measles, you can quarrantine the room
Comes a mousy, you can chase it with the broom
Comes love, nothing can be done.

Comes a heat-wave, you can hurry to the shore
Comes the summer, you can hide behind the door
Comes love, nothing can be done.

Comes a headache, you can lose it in a day
Comes a toothache, see your dentist right away
Comes love, nothing can be done.

Don’t try hiding cause there isn’t any use
You start sliding when your heart turns on the juice

Comes a nightmare, you can always stay awake
Comes depression, you may get another break
Comes love, nothing can be done.

Ich liebe Bücher

Das ist so ein Satz, den eigentlich jeder, der liest von sich behaupten kann.
Das ist so ein Satz, der ein wenig verlogen daher kommt.
Das ist so ein Satz, der eigentlich gar nichts aussagt…

Wenn ich Bücher liebe, was liebe ich dann?
Die Buchstaben? Den Klappentext? Die Seitenzahlen? Prolog und Epilog? Schnitt, Rücken, Bindung und Kapitalbändchen? Den Duft von Papier und Druckerschwärze? Bücherlaus und Bücherskorpion? Hurenkinder und Schusterjungen?

Vor langer Zeit, sagte ich zu meiner Mutter, dass ich ein Buch nicht lesen wollte, weil es  „Kapitel“ hatte. Ich kannte bis dahin nur Überschriften und die Ansage, dass es das 1. Kapitel oder 2. Kapitel sei, schreckte mich irgendwie ab.

Ich lese gern…

Auch das können viele Menschen von sich sagen.
Und wieder frage ich mich, ob ich das wirklich so sagen kann.
Wenn ich gerne lesen würde, würde ich sicher auch Zeitschriften lesen.
Wenn ich gerne lesen würde, wäre kein Schriftstück vor mir sicher.

 

Also noch mal von vorne:

Bücher sind mir sympathisch!

Ich hatte schon Bücher,  als ich noch gar nicht lesen konnte. Die andere Oma meiner Cousinen war im Buchklub und schenkte auch mir zu Weihnachten oder zum Geburtstag Bücher. So besaß ich schon sehr früh „Grimms Märchen“  und natürlich die beliebten Pixi-Bücher

Dennoch entdeckte ich Bücher und Bücher lesen  eigentlich erst mit 9 Jahren so richtig, als ein Freund meiner Schwester mir 5 Bücher von Enid Blyton schenkte. Hinzu kam, dass es in meiner neuen Schule eine Schulbücherei gab.

Es gab Zeiten, in denen ich mehr gelesen als selbst erlebt habe;  in denen mir Menschen in Büchern vertrauter waren, als Menschen um mich herum.

Es gab Bücher, die ich besitzen wollte. Die ich gekauft habe, obwohl ich sie schon mehrmals in der Bücherei ausgeliehen und gelesen hatte. Es gab Bücher, für die ich Exlibris-Aufkleber gekauft habe, weil ich mir nicht vorstellen konnte, mich jemals wieder von ihnen zu trennen.

Egal ob Bücherflohmarkt oder Haushaltsauflösung, ich fand immer neue Schätze.

Ich las auch oft meiner Mutter vor, während sie strickte und auf die Weise, wurde Lesen fast eine gesellige Angelegenheit

Dann kam Harry Potter und ich entdeckte, dass ich durchaus englische Bücher lesen konnte.  Nicht gerade Kathy Reichs, aber Harry Potter ließ sich sehr gut lesen. Die letzen 3 Teile kaufte ich gar nicht mehr in Deutsch, sondern las sie nur in Englisch.

Vor Jahren sagte ein Bekannter, er würde keine Bücher lesen, er hätte irgendwann aufgehört, weil ihm das nichts mehr bringen würde und ich konnte mir das nicht mal vorstellen. Ein Leben ohne Bücher ist möglich ab sinnlos – dachte ich. Aber irgendwann habe ich tatsächlich selbst aufgehört zu lesen. Es kam ganz schleichend, ich habe es nicht mal richtig bemerkt. Ich habe mir wie üblich einen Stapel Bücher aus der Bücherei geholt und die Bücher dann nach und nach zurück gebracht, neue geholt, Leihzeiten verlängert, zurück gebracht mit dem Vorsatz, sie ein anderes mal zu leihen und zu lesen. Ich habe wie immer alle Leihgaben aufgelistet und eines Tages festgestellt, dass ich Bücher gar nicht mehr lese, sondern sie nur trage. Von der Bücherei zur Arbeit, von der Arbeit zum Auto, vom Auto ins Haus und irgendwann den ganzen Weg wieder zurück. Manche Bücher ließ ich auch gleich an meinem Arbeitsplatz.

Remittenden waren immer noch interessant, neue Bücher riechen ganz wunderbar neu – aber zum Lesen bin ich nicht mehr gekommen. Und ich habe es nicht mal  vermisst.

Hörbücher konnte ich nebenher hören, im Auto, wenn ich am PC saß oder auch beim Putzen. Ich konnte englische Hörbücher hören. Ich konnte verschiedene englische Sprachen hören: amerikanisches, australisches und englisches Englisch. Oder auch verschiedene englische Dialekte, denn schließlich sprechen die Menschen in Yorkshire ganz anders  als die in Bristol. Deutsche Hörbücher fand ich anfangs eher langweilig, weil es mir an Klangfarben fehlte. Ich habe überhaupt nur ein Hörbuch, welches nicht in Hochdeutsch gelesen wird. Später ging es mir dann aber doch darum, dass Hörbücher einfacher zu konsumieren waren. Lesen wurde irgendwie lästig.

Dennoch hatte ich Bücher an sich immer noch gerne. Bücher so im großen und ganzen waren mir einfach sympathisch.  Bücher in Deutschland sind wirklich sehr  edel und auch haltbar. Bei den englischen und  amerikanischen Paperbacks, hat man das Gefühl, sie fallen nach dem Lesen auseinander und lösen sich einfach auf. Sie sind aber doch beständiger, als man meint😉

Angefangen zu lesen habe ich dann aber tatsächlich wegen eines e-Book-Readers. Und wegen dem Nesthäkchen.  Als Kind fand ich das Buch „Nesthäkchen und ihre Puppen“ blöd, als Erwachsene entdeckte ich alle 10 Bände vom Nesthäkchen für 99 Cent für einen e-Book-Reader. Den lieh ich von meiner Schwester, quälte mich ein zweites Mal durch Nesthäkchen und ihre Puppen (das Buch ist wirklich blöd) und las dann mit wachsenden Vergnügen wie Nesthäkchen größer wurde, schließlich heiratete, Kinder bekam und später sogar  Enkelkinder.  Besonders interessant fand ich Nesthäkchen und der Weltkrieg. Anschließend entdeckte ich weitere Klassiker, ebenfalls fast geschenkt.

Inzwischen lese ich wieder zuweilen ein Buch. Bis zur Bücherei habe ich es noch nicht geschafft.  Aber inzwischen stehen an jeder Ecke Bücherregale, wo man einfach so Bücher mit nehmen kann. Geschenkt!

Erst neulich fand ich 5 Bände Tecumseh von Fritz Steuben vor. Als Kind habe ich „Schneller Fuß und Pfeilmädchen“ aus dieser Reihe gelesen und habe mich schon immer gefragt, wie es wohl weiterging mit Tecumseh, dem Berglöwen. Sehr schön auch die Jahrbücher, die es in den 70er-Jahren gab. Kaufen würde ich mir diese Bücher natürlich nicht, aber es ist schon interessant sich zu erinnern …

Und so bin ich doch wieder Bücherträgerin geworden, auch Bücherblättlerin und Bücherliebhaberin und sogar Bücherleserin.